Design-Regeln

Durch eifrige Ambitionen gepaart mit wenig Erfahrung kann eine Website in die Versenkung geraten. Für manche Webmaster bedeutet das, mit der ersten Homepage zum Fiasko. Eine sauber hergestellte Website gelangt innerhalb von zwei Wochen in den Index der Suchmaschinen.

Frames sind grundsätzlich out

Frames sind heute genauso toll wie vor zehn Jahren, sie eröffnen neue gestalterische Möglichkeiten im Rahmen einer relikt-ambulanten Lösung um pseudo-innovative Techniken wie beispielsweise SSI, Perl oder PHP zu vermeiden. Kurz, Frames sind ein Relikt aus der Steinzeit des Webdesigns. Manche nutzen die immer ähnliche Frame-Navigation am oberen oder linken Rand. In Zeiten von PHP ist das eigentlich nicht mehr zeitgemäss. Wer Frames einsetzen will weil kein PHP beim Webhoster verfügbar ist, sollte sich überlegen, seine Webseiten offline zu kompilieren. Ausserdem indexieren Suchmaschinen nicht gerne die Frameset-Seite, was dazu führt, dass einzelne Seiten ohne Navigation angeboten werden, man kann das mit JavaScript abfangen, aber schick ist das nicht.

Best viewed mit any Browser

Wer sind Sie, dass Sie Ihren Benutzern vorschreiben mit welchem Browser sie Ihre Homepage interpretieren lassen? Wenn Sie auf die Besucher pfeifen, dann wird auch zurückgepfiffen, und zwar der Browser von Ihrer Homepage. Hinweise wie »Diese Seite benötigt einen Browser ab der Generation 6... besorgen Sie sich einen neuen...« oder »Diese Seite benötigt ein Flash-Plugin für die Navigation...« und ähnliche, sind mindestens Arrogant. Manche Benutzer tragen so eine Seite in ihrem Firewall ein, damit sie nicht mal zufällig wieder darauf landen. Wenn ein Webmaster unfähig ist, seine Homepage auf allen Browsern interpretierbar zu gestalten, sollten wenigstens nicht die Besucher die Schuld tragen. Es ist den Benutzern unzumutbar ihre Surfgewohnheiten zu ändern, ausserdem fühlen sich Benutzer mit ausgeschlossenen Browsern abgewiesen. Gar unentschuldbar ist diese Mentalität bei kommerziellen Webseiten - wer seinen Besuchern etwas verkaufen möchte und ihnen vorschreibt womit sie zu surfen haben, sägt fleissig an seinem Ast.

Flash, JavaScript & Co. nur für Profis

Schnick-Schnack und Spielereien wie JavaScript, Flash & Co. sind weit verbreitet, vor allem bei Webmastern die keinen Content haben. Solche Spielereien sind in der Regel für die Besucher wertlos. Wie die überflüssige JavaScript-Uhr beispielsweise. Jeder hat eine Uhr auf seinem Schreibtisch oder auf seinem Desktop, die JavaScript-Uhr auf Ihre Homepage wird er gerade vermisst haben... Das gleiche gilt für Ticker und ähnliches. Aktuelle Nachrichten vom letzten Weihnachten kann keiner ernst nehmen. Und lassen Sie um Himmels Willen die Browser-Statuszeile frei. Wer übrigens auf Flash-Navigation setzt, hat damit schon verloren.

Schnelle Ladezeiten

Hand aufs Herz, wie lange warten Sie auf eine Webseite zum Laden, bevor Sie weiterklicken? DSL-Benutzer hauen ab nach 3-5 Sekunden Ladezeiten wenn sie nichts auf dem Bildschirm haben, ISDN- und Modembenutzer haben 10-20 Sekunden Geduld. Für nicht etablierte Webseiten sollten wenigstens für die Startseite inklusive aller Bilder möglichst kleine Datenübertragungsmengen realisiert werden, 30-50 KB sind durchaus möglich. Vergessen Sie dabei nicht die Grössenangaben im img-Tag - der ruckelfreie Seitenafbau wird dadurch gefördert während Bilddateien laden, bzw das Seitenlayout wird nicht zerstört falls mal ein Bild fehlt oder der Benutzer im Textmodus surft.

Farbe mit Besonnenheit

Ihre künstlerische Freiheit heben Sie lieber Ihrer Familie auf, falls sie sie ernähren wollen. Wer es seinen Besuchern zu bunt macht, oder einfach ein zu unorthodoxes Farbschema verwendet, stellt seine Homepage auf dünnes Eis. Lesbarkeit und Gewohnheiten des Publikums haben hier absolut Vorrang falls der Erfolg einer Webseite wichtig ist. Es wird häufig von schwarzem Hintergrund abgeraten, manche Nachteulen bevorzugen aber tatsächlich wenn auch nicht gerade schwarz, aber weniger grelle Hintergründe.

Titel der Seiten sind die Namen des Kindes

Seitentitel wie »Willkommen auf meiner Homepage« sind tödlich, genauso wenn jede seite den gleichen Seitentitel hat. Wie oft sieht man nicht Titel wie »Neue Seite«, »Index«, »Seitentitel hier« und ähnliches. Seitentitel müssen aussagekräftig sein, am besten gleich mit den Schlüsselwörtern der Seite. Seitentitel sind für Suchmaschinen von besonderer Bedeutung, Seitentitel geben die Kriterien zur Beurteilung der betreffenden Seite vor. Daher sollte man die Wahl eines Seitentitels gut überlegen - ein Seitentitel sollte bezeichnend und eindeutig sein.

Seiten müssen aufs Display der Besucher passen

Webseiten sollten ohne krankhaftes Scrollen zu betrachten sein. Besonders übel ist in der Werbebranche manchmal antreffbare »kreative« oder »schicke«, was auch immer, horizontale Scrollbalken. Nichts gegen Innovationen, aber wenn die Betreiber solcher Seiten zurückkommen und quengeln »wir haben das Gefühl, dass unsere Besucher die Seiten nicht ordentlich anschauen«, kriegt man Magenschmerzen, vor allem wenn man schon bei der Projektierung darauf hingewiesen hat, dass die Querscrollerei ein Problem darstellt. Ganz davon abgesehen, dass bei der Entwicklung auf 1600*1200 Bildschirmen und im Büro des Kunden auf den 19" MacMonitoren alles »echt toll« aussah, aber die Besucher mit der Schriftgrösse nicht klarkommen. Man sollte ja mal die Produktion auf Mainstream-Geräte nachvollziehen, das heisst auf 800*600 sollte das Layout noch funktionieren. Wenn die vertikale Scrollerei zu wüst wird, kann man den Inhalt ja immer noch auf mehrere Seiten verteilen.

Inhalte immer noch Grundlage

Einfache Unternehmens-Visitenkarten im Web haben keine weitreichenden Inhalte, meistens wird die Präsentation der Firma mit AGBs und Impressum vollzogen, und den angebotenen Dienstleistungen. Bei interaktiven Webseiten mit Online-Verkaufsabwicklung spricht man weder im unternehmerischen noch im privaten Bereich mehr von Visitenkarten. Da die Welt gewisserweise immer näher zusammenrückt, sollte man besonders im gewerblichen Umfeld, die sprachliche Erweiterbarkeit nie ganz ausschliessen. Auch wenn die meisten privaten Webseiten nur eine Visitenkarte sein sollen, zum Selbstzweck sollten sie nicht mutieren. Private Webseiten kommen immer besser rüber, wenn sie sachlich gehalten werden. Persönliche Interessen und besondere Fachkenntnisse des Homepage-Inhabers kann und sollte man berücksichtigen, rein private Dinge gehören vielleicht lieber in den Mitglieder-Bereich.

Grafik und Bilder

Nichts ist schlimmer, wie eine Homepage ohne substantiellem Inhalt aber mit schlechten Bildern, schlecht gescannt, dürftig aufbereitet und wenig komprimiert. Somit garantiert man den Besuchern Frust und lange Ladezeiten. Lassen Sie die Finger von blinkende und drehende Pfeile, Postkästen, @-Zeichen und sinnlose animierte Gifs mit rennenden Schweinchen oder sonst noch was.

Die Pest im Internet

Immer wieder trifft man auf blinkenden Text - nein, nicht, not! Das blink-Tag ist out. Das gleiche gilt für sinnlose Banner/Werbebanner wenn sie nicht zu einer vernüftigen Einnahmequelle gehören. Oder Klänge. Vom Urheberrecht her schon mal bedenklich, ist die Benutzung von Hintergrundmusik oder Sounds ein Übel, die meisten Besucher kommen nicht wieder, wenn sie einmal einen Schreck bekommen haben. »Willkommen auf meiner Homepage«-Floskeln, womöglich noch falsch geschrieben (... auf meine Homepage...), sind das absolute Anti-Gütesiegel. Keiner will das sehen, rücken Sie lieber gleich raus damit, was Sie zu bieten haben, und zwar jetzt, Sprüche wie »kommt noch«, »in Vorbereitung«, »hier soll eine .... entstehen« oder noch schlimmer »wir haben das vor« vergraulen die Besucher auf Nimmerwiedersehen. Die nächstbeste Webseite die etwas drauf hat, ist immer nur ein Klick entfernt - Klicken nach den Gesetzten des Djungels.

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