Spam (Übersicht, Hintergründe, Abwehrmassnahmen)

Allgemein angenommen stammt der Begriff Spam aus dem Lied »Spam spam spam spam, spam spam spam spam, lovely spam, wonderful spam…« von Monty Python, beziehungsweise aus dem Sketch in welchem das Lied vorkommt. Wie das Lied selbst, ist Spam eine endlose Wiederholung von sinnlosem Text.

Spam-Themen auf iQLoN, Spam, Antispam
Spam - Scheinbar sinnloser aber dennoch lukrativer Informationsmüll
Spammail - Automatisierter Massenmissbrauch von eMail
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Antispam-Software - Schutz und Abwehr für Server, PCs und MACs

Spam - zugemüllte eMail-postfächer

Die Zeiten sind vorbei, in denen sorglose Internet-Benutzer sich unbekümmert über ihre eMails freuen konnten. Heute gestaltet sich der eMail-Empfang wie ein Marsch durch den Djungel mit einem Taschenmesser. eMail-postfächer sind tonnenweise zugemüllt mit unverlangt zugeschickte Informationen und Angebote über Dinge deren Sinn und Zweck jemand noch erfinden muss. Das Abarbeiten der digitalen Müllberge vernichtet kostbare Zeit, die gleichsam aus der Wirtschaft wie vom Privatleben abgehen. Trotz Ärgern und Beschwerden reisst die Lavine von Spammails nicht ab, sie ist Alltag geworden, ohne Wochenenden, ohne Feiertage.

Spam - Begriff und Terminologie

SPAM ist ein Dosenfleisch (Spiced Pork And haM), das eigentlich in England und Amerika verkauft wurde. Bekannt wurde das unbedeutende Dosenfleisch durch die Sketche von John Cleese' Monty Python. In einem der Sketche lehnt ein gast das Dosenfleisch ausdrücklich ab, bekommt es aber trotzdem zu jedem Gang als Beilage dazu. Das eingangs erwähnte Lied gehört ebenfalls hierher, Zitat:

~
Man: Well, what've you got?
Waitress: Well, there's egg and bacon; egg sausage and bacon; egg and spam; egg bacon and spam; egg bacon sausage and spam; spam bacon sausage and spam; spam egg spam spam bacon and spam; spam sausage spam spam bacon spam tomato and spam;
Vikings (starting to chant): Spam spam spam spam...
Waitress: ...spam spam spam egg and spam; spam spam spam spam spam spam baked beans spam spam spam...
~
Wife: I don't want ANY spam!
~
Wife (shrieks): I don't like spam!
~
Waitress: You mean spam spam spam spam spam spam...
~

Durch die Popularität von Monty Python wurde der Begriff allmählich auch für andere Bereiche des Lebens angewandt, um schliesslich durch die globale bündelung des Komischen als Bezeichnung für unverlangte, sinnlose, den ausdrücklichen Wunsch der Empfänger missachtende massenverpestung von eMail-postfächer sich einzubürgern. Durch das stetig wachsende Übel gewann der Begriff an Bedeutung.

Spam im elektronischen Sinne

Spam ist schon lange nicht mehr nur Spammail, heute bezeichnet der Begriff neben unverlangte und automatisiert verschickte Massen-eMails (UBE, Unsolicited Bulk Email) meistens kommerzieller Natur (UBC, Unsolicited Bulk Commercial mail), auch die Verdünnung der Relevanz in Suchmaschinenergebnissen, als Suchmaschinenspam oder Spamdexing. Dazu gehören Techniken wie Cloaking, Doorwaypages und vieles mehr. Mittlerweile sind auch unter den Links der beworbenen Angebote in einer Spammail, auch Links auf Dialer untergemischt, oder die Dialer werden gleich an die eMails als Datei angehängt, sogenannte eMail-Attachements, die beim Aufruf sich selbst installieren und teuere Nummern anwählen.

Spammer sind assoziale eMail-Gangster

Skrupellose Internet-Rowdys die Werbebotschaften für zum Teil zweifelhafte Produkte in 50 millionfacher Ausführung anonym an eMail-Adressen aus Datenbanken und Adressen-CDs verschicken. Selbst bei einer homöopathische Chance auf Erfolg lohnt sich das Geschäft durch die ungeheuere Masse, die Kosten für das Spamming fallen kaum ins Gewicht. Um anonym zu bleiben, verwischen Spammer ihre Spuren im Internet, fälschen die Header-Daten von eMails und benutzen häufig fremde eMailserver ohne Befugnisse.

Vorgehensweise von Spammern

Die Grundzutaten für ein Spammer sind eine skrupellose Einstellung, eMail-Adressen von Empfängern/Opfern in eine dreistellige Millionen-Grössenordnung und Kenntnisse über den illegitimen Missbrauch von Mailservern. Für die Beschaffung von eMail-Adressen gibt es verschiedene Möglichkeiten - eMail-Adressen-CDs sind auf dem freien Markt käuflich zu erwerben, beim eMail-Harvesting werden Mailserver oder Web-Angebote wie Datenbanken gescannt, oder der Quellcode von Webseiten wird mit eigens dafür entwickelte Programmen nach eMail-Adressen ausgewertet.

eMail-Adressen in der Öffentlichkeit

In Gästebüchern, Newsgroups des UseNet, über Messenger wie ICQ oder AOL, in Newslettern, Maillinglisten oder der eigenen Homepage werden eMail-Adressen bedenkenlos veröffentlicht. Für Spammer-Gangster ist es ein Leichtes, solche eMail-Adressen zu sammeln, für das sogenannte eMail-Harvesting gibt es automatisierte Software. Die manuelle Variante wird sogar von angesehenen Unternehmen verwendet, Gewinnspiele, Grusskartendienste oder Katalogbestellungen übers Internet werden missbraucht um an Kundendaten zu gelangen, dabei werden datenschutzrechtliche Richtlinien sogar oft bewusst missachtet, und Kundendaten weitergegeben oder schlichtweg mit Kundenprofil alles zusammen verkauft.

Massen-Generatoren von eMail-Adressen

Das Erraten von eMail-Adressen geschieht mit Zeichenketten-Generatoren, neue eMail-Adressen werden einfach errechnet und ausprobiert - existierende eMail-Adressen geben eine OK-Meldung zurück, und die Spammer wissen, dass diese Treffer waren, bei nichtvergebenen eMail-Adressen erhalten sie eine Fehlermeldung zurück und können diese eMail-Adressen ausschliessen. Diese an sich legitimen Prüfmechanismen werden also für die Verifizierung von erratenen eMail-Adressen missbraucht, und können sogar mal über nicht veröffnetlicht eMail-Adressen stolpern.

Sichere Aufbewahrung von eMail-Adressen

Daten von Internet-Benutzern können auf Servern in bombensichere Bunker von Webhostern oder ISPs gelagert werden, von einer totalen Sicherheit sind sie trotzdem weit entfernt. Sorgloser Umgang mit Personenbezogene Daten wird heute vielerorts nicht ernst genug genommen. Laut Datenschutzgesetz dürfen Personenbezogene Daten zu keinem Zwecke an Dritte weitergegeben werden, die Strafverfolgungsbehörden bilden hier eine Ausnahme bei der Aufforderung zur Herausgabe, hierzu sind die Telekommunikationsanbieter sogar von Gesetzeswegen zu eine Zusammenarbeit verpfichtet.